GRÜNKOHL, BIER UND HERMANNSDENKMAL

Die Handwerker und Kaufleute Jöllenbecks unterwegs auf historischen Pfaden

14. Februar 2026 - von Michael Röhrich

Wenn der Heimatverein Jöllenbeck alljährlich im Februar die ortsansässigen Handwerker und Kaufleute zum traditionellen Grünkohlessen im Heimathaus lädt, geht es nicht nur um das zünftige Wintergemüse nebst Kartoffeln und reichlich Fleischbeilagen, sondern auch um eine gehaltvolle Gastrede. Meistens kommt dieser Gast aus den Institutionen rund um Gewerbe, Industrie oder Handwerk, manchmal aus den Bürostuben der bürgernahen Politik. Das Publikum besteht aus einem bunten Mix aus Handwerkern, Kaufleuten, Regionalpolitikern und Vertretern der Geldhäuser Jöllenbecks. Dieses Mal stand etwas Heimatkunde auf dem Stundenplan. Die Leiterin des Stadtarchives Detmold, Frau Dr. Bärbel Sunderbrink, hatte ein spannendes Referat zum Thema „150 Jahre Hermannsdenkmal und dessen Entstehungsgeschichte“ vorbereitet. Bereits im letzten November hat sie dieses Referat beim Grünkohlessen des Vereins „850 Jahre Theesen“ gehalten.

Damals war nicht alles besser

Wer heutzutage über den Baufortschritt des Flughafen BER oder der Elbphilharmonie den Kopf schüttelt, der sollte sich die Chronik des Hermannsdenkmals mal genauer anschauen. Denn die zeigt ebenfalls einen langen und steinigen Weg bis zur finalen Fertigstellung des imposanten Kunstwerks. Die offizielle Einweihung des Denkmals erfolgte am 16. August 1875 durch Kaiser Wilhelm den Ersten. Somit waren also zwischen den ersten Skizzen des jungen Künstlers Ernst von Bandel und der offiziellen Einweihung durch den Kaiser immerhin rund vierzig Jahre ins Land gezogen. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist auch, daß vor allem einflussreiche und bekannte Bielefelder Familien dem Spendenaufruf folgten, und sich finanziell maßgeblich an dem Projekt beteiligten. Darunter finden sich Namen, die den meisten bekannt sind, sei es auch nur von Straßenschildern: Delius, Bertelsmann, Johanning, Müller und Bozi, um eine Auswahl zu nennen. Die Grundsteinlegung erfolgte dann 1841. Im Jahre 1846 wurde der Sockel fertiggestellt. In den folgenden zweieinhalb Jahrzehnten kam es, unter anderem bedingt durch die Einigungskriege der 60er und 70er Jahre des 19. Jahrhunderts, zu einer Zäsur. Nach Gründung des Deutschen Reichs im Januar 1871, lebte das Projekt wieder auf und wurde zur Chefsache erklärt. Der Bau des Hermannsdenkmals war nun beschlossene Sache, und wurde von da an staatlich finanziert. 

Rege Beteiligung der Gäste

Nach dem 45-minütigen Vortrag gab es viele Nachfragen und Kommentare die zeigten, dass die Einladung von Frau Dr. Sunderbrink voll ins Schwarze getroffen hat. Bei Gesprächen unter den Gästen, die noch bis ca. 22.00 weitergingen drehte es sich noch öfter um den Hermann! Da bleibt einem am Schluss nur allen Beteiligten zu danken: Allen Gästen für das zahlreiche Erscheinen, der Referentin für einen gelungenes Abendprogramm, Fleischerei Kronsbein für das Zubereiten des schmackhaften Traditionsgerichtes, sowie den Initiatoren des Heimatverein Jöllenbeck für die Organisation und Bereitstellung des Heimathauses.

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